Katzenkrankheiten

Infektionskrankheiten
Infektion Anzeichen Auf Menschen übertragbar? Heilung möglich? Impfung möglich?
Aujeszkysche Krankheit Appetitmangel, abnormes Verhalten, Gewichtsverlust nein nein nein
Chlamydien Husten, Niesen, Augenentzündung, rasselndes Atemgeräusch ja ja ja
FIP Fieber, Futterverweigerung, Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, dicker Bauch nein nein nein
Leukose Appetitmangel, Durchfall, Abmagern, abnormes Verhalten, geschwollene Lymphknoten nein nein nein
Mikrosporie Haarausfall, Hautrötung, Schuppen, Jucken, Hautveränderungen ja ja ja
Katzen-Aids Keine spezifischen Symptome nein nein nein
Katzenschnupfen Nasenausfluß, Augentränen, Husten, Speicheln, Atemnot, Futterverweigerung, Austrocknung nein ja ja
Katzenseuche Apathie, wäßriger, blutiger Durchfall, Erbrechen, Fieber, Schmerzen nein ja ja
Katzenpocken Pusteln und Geschwüre am Kopf, an den Pfoten und am Körper ja ja nein
Tetanus Muskelkrämpfe, starkes Speicheln, hohes Fieber nein nein ja
Tollwut Appetitmangel, Gewichtsverlust, abnormes Verhalten ja nein ja
Tuberkolose Mattigkeit, Gewichtsverlust, Fieber, Durchfall, Erbrechen, Hustenr ja ja/nein nein

 

Informationen zu weiteren Katzenkrankheiten

Chlamydien
Chlamydien gehören zur Gruppe der Zoonosen. Ihr lateinischer Name lautet 'Chlamydia (Betsonia, Miagawanella) psittaci. Sie sind extrem ansteckend.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt 2 bis 10 Tage. Die Übertragung findet durch Tröpfcheninspektion, Schmierinfektion oder durch Einatmen von infiziertem Staub statt.

Achtung: Auch Menschen sind höchst ansteckungsgefährdet.

Die Krankheit beginnt mit Husten und Niesen. Danach ist eine Augenentzündung (Conjuktivitis) festzustellen, die erst auf einem Auge, dann auf beiden Augen auftritt. Ein schleimeitriger Augen- und Nasenausfluss wird ab und an beobachtet. Die Erkrankung wird von Fieber begleitet. Die Hornhaut ist bei dieser Erkrankung nicht betroffen. Die Augenentzündung kann mehrere Tage bis Wochen dauern. Der Tierarzt wird bei seiner Untersuchung ein scharfes und rasselndes Atemgeräusch vorfinden (Hinweis für eine Lungenentzündung). Durch eine Untersuchung der Tränenflüssigkeiten kann der Chlamydien-Erreger bestimmt werden.

Das erkrankte Tier muss umgehend beim Tierarzt vorgestellt werden. Unterbleibt dies, treten zwar nach einiger Zeit sogenannte Spontanheilungen auf, allerdings kommt es dann in den meisten Fällen nach knapp 14 Tagen zu Rückfällen. Darüber hinaus besteht die immens grosse Gefahr der Verseuchung ganzer Zuchtbestände.

Wird die Katze rechtzeitig zum Tierarzt gebracht, sollte die Behandlung mit Antibiotika und Baypamun zur der Stärkung des Immunsystems durchgeführt werden. Nach Abklingen der Erkrankung muss die Behandlung noch für mindestens zwei (besser vier) Wochen fortgeführt werden, da ansonsten eine grosse Gefahr des Rückfalls besteht.

Es ist zu beachten, dass nach einer überstandenen Chlamydien-Infektion keine dauerhafte Immunität gegen diese Erkrankung besteht.
FIP
Was ist FIP?
FIP ist die Abkürzung für "Feline Infektiöse Peritonitis" (ansteckende Bauchfellentzündung). Diese Krankheit wird durch ein Coronavirus übertragen. Katzen sind sehr anfällig auf dieses Virus, selbst vom Schwein ( TGEV) und vom Kaninchen (CCV) können sie von Viren angesteckt werden. Diese Krankheit hat nichts mit Aids (HIV) , das von einem Retrovirus übertragen wird, gemeinsam.

Was weiss man über diese Krankheit?
Schon recht viel. Trotzdem ist sie ein Thema bemerkenswerter Kontroversen und Verwirrung. Dies hat damit zu tun, dass die Krankheit in ihrem Verlauf sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder zeigen und überdies von Fall zu Fall variieren kann.

Wie zeigt sich die Krankheit ?
Man unterscheidet bei dieser Krankheit zwei Verläufe; den nassen und den trockenen. Häufig ist die nasse Form , bei der der Krankheitsverlauf beschleunigt ist. `Typisch ist dabei eine Zunahme des Bauchumfangs. Die trockene Form kommt immer öfter vor. Dabei werden nur minimale Flüssigkeitsmengen gebildet. Der Krankheitsverlauf ist sehr verzögert, was eine Diagnose ebenfalls erschwert. Ferner leiden die Katzen bei beiden Formen unter schwankendem Fieber, das nicht auf Antibiotika anspricht. Sie werden lethargisch, d.h. antriebslos, liegen oft herum und schlafen viel. Später kommen Anorexie (Magersucht) und Gewichtsverlust dazu.

Besteht ein Ansteckungsrisiko für meine Katze ?
Falls Ihre Katze Freilauf hat und regelmässig Kontakt mit anderen Artgenossen hat, ja! Die kleinsten Risikogruppen sind reine Wohnungskatzen in Einzelhaltung. Aber auch diese Katzen können am FIPV (FIP-Virus) erkranken Bei beiden Geschlechtern ist die Krankheit gleich häufig anzutreffen. Allerdings scheint FIP altersabhängig zu sein. Die meisten kranken Katzen finden sich im Alter zwischen 6 - 12 Monaten. Dann flaut die Häufigkeit ab, hat ihren Tiefpunkt bei Katzen etwas über 5 Jahren und nimmt dann bei Katzen über 13 Jahren wieder zu. Die Forschungen sind auf diesem Gebiet noch lange nicht abgeschlossen. Wahrscheinlich sind junge Katzen anfälliger, da ihr Immunsystem noch nicht stark genug ist. Bei alten Katzen lassen die Abwehrkräfte gegen eine Erkrankung nach.

Wie wird die Krankheit übertragen ?
In den Ausscheidungen und Sekreten (Körperflüssigkeiten) der Katzen befinden sich die Viren. Selbst wenn die Krankheit bei der betreffenden Katze noch nicht ausgebrochen ist, kann sie ansteckend sein ! Die Viren überleben bei Raumtemperatur in trockener Umgebung zwei Monate, bei idealen Bedingungen (feuchtwarm) sogar mehrere Monate ! Schon 24 Stunden nach einer Ansteckung tritt das Virus in den Tonsillen (Mandeln) und im Dünndarm auf. Im späteren Verlauf der Krankheit breitet es sich auf alle Organe aus. Wohl bildet die Katze im Blut Antikörper, aber paradoxerweise besiegt sie damit nicht die Krankheit. Die Antikörper schützen sie nicht vor dem Tod - im Gegenteil: Nur solche Katzen sterben an FIP, die im Blut schon Antikörper gebildet haben.

Gibt es einen Test ?
Es gibt zwar Tests, in denen Antikörper im Blut nachgewiesen werden können. Aber es kann dabei nicht unterschieden werden, gegen welche Krankheit die Katze Antikörper herausgebildet hat. Auf keinen Fall sollte man seine Katze nur auf Grund eines Bluttestes einschläfern lassen, wenn sie sonst fieberfrei und wohlauf ist.

Was hilft der Katze gegen die Krankheit ?
Ein möglichst starkes Abwehrsystem. Katzen mit einem sehr erfolgreichen Immunsystem entwickeln die Krankheit nicht aktiv. Das heisst also, dass die Krankheit bei ihnen nicht ausbricht. Trotzdem können sie Träger der Krankheit sein. Obwohl experimentell noch nicht bewiesen, wird vermutet, dass diese Trägerkatzen von Zeit zu Zeit infektiöse Viren ausstossen ! Somit können sie für andere Katzen eine Ansteckungsquelle darstellen.

Wo tritt die Krankheit am häufigsten auf ?
Am stärksten betroffen sind Katzen aus Katzenheimen und Zuchten, also immer dort, wo viele Katzen auf kleinem Raum zusammenleben. Durch strenge Hygienevorschriften kann man die Krankheit eindämmen, aber nicht ganz ausschliessen. Die Möglichkeit, dass sich in den Ausscheidungen der vielen Katzen FIP-Viren befinden, ist viel grösser als in einem Haushalt mit wenigen Katzen. Und die Jungtiere sind von klein auf diesen Viren ausgesetzt und können sich infizieren. Weitere Risikofaktoren sind Stress, Überpopulation, Parasiten und sogenannte "Konkurrenz-Krankheiten", speziell solche, die das Immunsystem schwächen und die Katze anfällig auf FIPV machen. Es gibt daher insofern einen Zusammenhang zwischen der Leukämie (FelV) und FIP, als an Leukämie erkrankte Katzen nicht mehr genügend Abwehrkräfte haben, um FIPV erfolgreich abzuwehren. Eine neuere Untersuchung zeigt aber, dass in FIP-verseuchten Katzenpopulationen die Leukämie nicht häufiger auftritt.

Kann man FIP heilen ?
Im Moment sind leider keine erfolgreichen Behandlungsmöglichkeiten vorhanden. Man kann den Krankheitsverlauf jedoch mit Medikamenten verzögern. Aber damit verlängert man nur die Leidenszeit der Katze. Die Krankheit verläuft also immer über kurze oder lange Zeit tödlich. Und die Viren, die von der erkrankten Katze ausgeschieden wurden, bleiben noch monatelang in der Umgebung haften.

Was bedeutet das für den Katzenhalter, dessen Katze an FIP gestorben ist ?
Man muss die Wohnung mindestens 2 Monate "katzenfrei" halten. Auch sollte man alles , was wegwerfbar ist, entsorgen. Dies betrifft insbesondere Fress- und Trinknäpfe, Katzentoilette und Katzenbettchen, falls vorhanden. Wenn man etwas nicht wegwerfen will oder kann, sollte man es möglichst heiss mit Seife waschen und desinfizieren. Im Fachgeschäft erhalten Sie Desinfektionsmittel.

Kann man gegen FIP vorbeugend etwas tun?
Ob es eine sichere Schutzimpfung gegen FIPV gibt, ist nach wie vor umstritten. Am ehesten kann man gesunde Katzen vor einer Ansteckung bewahren. Der Impfstoff Primucell FIP hat sich am besten bewährt. Katzen unter 16 Wochen können noch nicht wirksam geimpft werden, da ihr Immunsystem noch nicht genügend ausgebildet ist. Ihr Tierarzt wird Ihnen nähere Auskunft geben. (In der Schweiz ist Leukocell2-Impfstoff fuer Katzenleukose zugelassen.)
FIV
Was ist FIV?
Der Feline Immunodeficiency Virus (FIV) gehört zur Klasse Retroviren wie der Feline Leukämie Virus (FeLV), aber mit einem wesentlichen Unterschied: FeLV gehört zur Unterfamilie der Oncornaviren, FIV zu den Lentiviren, zusammen mit den Erregern der progressiven Pneumonie der Schafe, der ansteckenden Pneumonie der Pferde, der Gelenk- und Gehirnentzündung der Ziegen und des AIDS beim Menschen. FIV und FeLV können ähnliche Krankheitsbilder hervorrufen, sind aber sonst sehr verschieden, schon im Aussehen. FIV ist länglich, FeLV fast rund. Auch genetisch sind sie recht unterschiedlich, und ihr Struktureiweiss unterscheidet sich in Grösse und Zusammensetzung. Das erklärt das Fehlen von Kreuz-Immunität. FeLV-Antikörper können nicht an FIV andocken, FIV-Antikörper nicht an FeLV.

Vorkommen
FIV kommt international, aber mit unterschiedlicher Häufigkeit vor. In den USA zeigen 1,5-3% der gesunden aber bis 15% der kranken Katzen positive FIV-Titer. Wildlebende Kampfkater sind am häufigsten positiv, reine Hauskatzen am seltensten.

Ansteckung
Im Vordergrund steht die Übertragung durch Bissverletzungen. Aber auch andere, friedliche, Sozialkontakte unter Katzen können in Ausnahmefällen zur Infektion führen. Die Ansteckung der Welpen durch die Mutter kann schon intrauterin, während der Geburt oder durch die Muttermilch erfolgen. Die Ansteckung beim friedlichen Zusammenleben mehrerer Katzen scheint eher selten zu sein. Ideal ist sicher eine Abgabe oder Isolation der Virusträger. Findest das nicht statt, ist das Risiko der Ansteckung trotzdem gering, immer vorausgesetzt, es finden keinerlei Beissereien statt. Ausserhalb der Katze ist der Virus recht instabil und kann unter normalen Bedingungen nur wenige Stunden überleben. Eine Wartezeit nach dem Ableben einer FIV-Katze bis zur Neubesetzung ist deshalb eigentlich unnötig. Andererseits haben FIV-Katzen in der Regel noch weitere Infektionen. Näpfe, WCs, Spielzeug und Käfige sind deshalb zu entsorgen oder mit HIV-wirksamem Desinfektionsmittel zu behandeln. Irgendeinwas aus der Fernsehwerbung oder das Antikmittel "Sagrotan" sind hier nicht ausreichend. Bringen Sie nur wirksam geimpfte Neukatzen in das Haus. Gehen Sie hier kein Risiko ein. Die mündliche Bemerkung irgendeiner Tierheimmitarbeiterin "Ist geimpft" sagt garnichts.

Verlauf
Mit dem Blut gelangt der Virus zum nächsten Regional-Lymphknoten, wo er sich in den T-Lymphozyten vermehrt. Dann breitet er sich über das gesamte Lymphsystem aus, d.h. alle Lymphknoten vergrössern sich. Dieses Stadium wird vom Besitzer meist nicht bemerkt. Tage bis Wochen später kann die Katze Fieber und einen Abfall der weissen Blutzellen (Leukopenie) entwickeln. Diese Leukopenie wird vor allem durch einen Abfall der Neutrophilen, der Abwehrzellen gegen Bakterien, und der T-Helferzellen, die eine Schlüsselposition im gesamten Abwehrsystem einnehmen, bewirkt. Später kann auch Anämie, ein Abfall der Roten Blutzellen entstehen. Infizierte Katzen können jahrelang unauffällig bleiben. Schliesslich beginnt eine Immuninsuffizienz und die Abwehrkräfte nehmen ab. Bakterien, Viren und Protozoen, die in der Umwelt jeder Katze vorkommen und gesunde Tiere nicht befallen, führen beim FIV-Patienten zu schwersten Erkrankungen. Diese Sekundärinfektionen sind verantwortlich für die meisten Symptome, die wir mit einer FIV-Infektion verbinden und sie sind die häufigste Todesursache FIV-positiver Katzen.

Symptome
Klinische Zeichen des Immuninsuffizienz-Syndroms können sich an jedem Organ zeigen. Oft sehen wir schlechtes Fell, Dauerfieber und Appetitverlust. Bei der Hälfte der Patienten findet man Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und Maulhöhlenentzündung (Stomatitis). Häufig sind auch chronische oder wiederkehrende Entzündungen von Haut, Blase und oberen Atmungsorganen. Seltener sind Dauerdurchfall und Entzündungen des Auges. Ständige Gewichtsabnahme ist häufig. FIV-Katzen neigen zu bestimmten Tumorarten wie Lymphomen. Aborte und andere Fortpflanzungsstörungen wurden berichtet. Einige Katzen entwickeln Krämpfe, Geistesschwäche oder andere Neuropathien. Manche Patienten zeigen periodisch wiederkehrende Phasen relativen Wohlbefindens. In diesen Fällen folgt das Blutbild dem klinischen Auf und Ab, mit deutlicher Tendenz zur Verschlechterung.

Diagnose
Die Diagnose wird nach Vorbericht, Symptomatik und vor allem FIV-Antikörpertest gestellt. Ein positives Testergebnis besagt, dass die Katze infiziert ist, vermutlich lebenslang bleiben wird, und damit eine Gefahr für andere Katzen darstellt. Da auch falschpositive Testergegnisse vorkommen, kann man zur Sicherheit eine Kontrolluntersuchung nach einer anderen Methode vornehmen. Bei unklarem Laborergebnis bringt eine Kontrolle nach 8-12 Wochen meist Aufschluss. Welpen FIV-kranker Mütter können in den ersten 12-16 Wochen testpositiv sein ohne den Virus selbst zu tragen. In diesem Fall spricht der Test nur auf maternale Antikörper an. Deshalb sind positive Welpen unbedingt mit 6-8 Monaten nachzutesten, um eine eindeutige Aussage zu erhalten. Negatives Testergebnis bedeutet, es wurden keine Antikörper nachgewiesen. In den meisten Fällen heisst das FIV-frei. Da zwischen Ansteckung und Bildung von Antikörpern aber 8-12 Wochen liegen, kann eine Blutentnahme theorethisch in diese Phase fallen und eine gesunde Katze vorspiegeln. Bei begründetem Verdacht also Nachkontrolle 12 Wochen nach letztmöglichem Kontakt mit Virusträgern. Eine Katze im Endstadium ihrer FIV-Erkrankung kann wieder testnegativ werden, wenn das Abwehrsystem erschöpft ist.

Prognose
Die individuelle Lebenserwartung einer FIV-Katze lässt sich natürlich nicht konkret vorauszusagen. Unter Idealbedingungen können die Patienten noch Jahre bei guter Lebensqualität vor sich haben. Hatte der Patient hingegen schon mehrere schwere Sekundärinfektionen oder besteht Dauerfieber und Gewichtsverlust, muss man mit schnellerem Verlauf rechnen. In den USA wird analog zur HIV-Diagnostik das Verhältnis der CD4- zu CD8-Lymphozyten zur Einschätzung der Schwere der Erkrankung herangezogen. Je niedriger dieser Wert, je schlechter die Prognose. Deutscherseits hält man diesen Test für nicht aussagefähig.

Therapie
Leider gibt es kein Medikament, das den Virus direkt angreift. Die wichtigste Massnahme ist deshalb der Schutz vor möglichen Sekundärinfektionen. Einzelhaltung ohne Auslauf ist zwingend nötig, schon um die Ansteckung gesunder Katzen zu verhindern. Sekundärinfektionen können bis zu einem gewissen Punkt mit Antibiotika und Antimykotika unterdrückt werden. Ist durch Entzündung der Maulhöhle die Nahrungsaufnahme gefährdet, können Kortisone indiziert sein. Anabolika uund energiereiche Nährpasten können dem Abmagern gegensteuern. Medikamentöse Anregung des Immunsystems ist oft nicht erfolgreich. Ein Versuch sollte jedoch unternommen werden.

Prophylaxe
Es gibt, wie beim verwandten HIV, keine Impfmöglichkeit. Der einzige Schutz wäre die absolute Isolation. Nur im Haus gehaltene Tiere sind kaum gefährdet. Mehrkatzenhaushalte, Heime etc sollten alle Insassen testen. Positive abgeben oder isolieren. Nachkontrolle der negativen nach 12 Wochen. Danach Testen aller Neuzugänge, 12 Wochen Quarantäne und nachtesten. Positive Tiere sind in Einzel-/Haushaltung abgeben oder in konsequenter Quarantäne halten. Jede Schlamperei kann hier tödliche Konsequenzen haben. Da kaum ein Tierheim Zeit und Geld für die erforderlichen Massnahmen aufwendet und durch Feriengäste und Findlinge eine ständige Fluktuation herrscht, sind diese Institutionen wesentlich an der Verbreitung der Erkrankung beteiligt. Wenn Sie eine Heimkatze möchten, schriftlichen Vertrag mit ausdrücklichem Rückgaberecht machen und gleich am ersten Tag zur Blutprobe. Dabei untersuchen wir natürlich auch auf Coronaviren und Leukose.

Gefahr für den Menschen?
Obwohl der Virus mit dem menschlichen HIV verwandt ist, gibt es keinerlei Hinweise auf eine Ansteckungsgefahr für andere Tierarten. Nach heutigem Wissensstand ist der Virus streng wirtsspezifisch, dh. kommt nur bei Katzen vor.
Katzenschnupfen
Der Katzenschnupfen wird durch eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheitserreger übertragen. Die schwersten Krankheitsformen werden durch Calici- und Herpesviren verursacht. Andere Viren z.B. Chlamydien, Mykroplasmen und verschiedene Bakterien können ähnliche, meist harmlosere Erkrankungen hervorrufen, oder auch die bestehende Krankheit komplizieren Je nach Abwehrkraft der Katze und Art des Erregers können schwerwiegende Komplikationen wie Lungenentzündung oder Geschwüre der Mundschleimhaut auftreten. Besonders betroffen sind junge oder abwehrgeschwächte Katzen.

Symptome:
Die Katzen sind träge und matt. Die Ohren fühlen sich wärmer an als sonst und die Katze muss häufig niesen. Bei schweren Verlaufsformen wäßriger bis eitriger Nasenausfluß, Augentränen Husten, Speicheln und Futterverweigerung. Bei den ersten Krankheitsanzeichen sollte sofort eine tierärztliche Untersuchung stattfinden. Neben der verordneten Behandlung muß auf das Raumklima geachtet werden. Die Sekretreste an Augen, Nase und Mund sollten regelmäßig vorsichtig mit körperwarmen Wasser oder Kamillenlösung abgewaschen werden.

Vorbeugung:
Optimale Umwelt - und Haltungsbedingungen. Gegen die gefährlichsten, den ansteckenden Katzenschnupfen auslösenden Calici- und Herpes- viren kann vorbeugend geimpft werden. Auch gegen Chlamydien, die alleine eher harmlose, jedoch langwierige Erkrankungen verursachen, kann die Katze geimpft werden. Die Impfung ist jedoch nicht gegen alle Erreger wirksam.
Leukose
Der Auslöser dieser Krankheit ist das Feline Leukämievirus(FeLV), das durch Kontakt übertragen und hauptsächlich durch den Magen - Darmtakt aufgenommen wird. Eine infizierte Katze - sie muß noch nicht sichtbar erkrankt sein -scheidet das Virus unter anderem in großen Mengen über den Speichel aus. Die Ansteckung gesunder Katzen erfolgt meist direkt von Tier zu Tier. Der Erreger kann sich auch indirekt über das Futtergeschirr übertragen. Nach einer erfolgten Ansteckung kann es Monate bis Jahre dauern bis die Krankheit ausbricht.

Symptome:
Appetitmangel, Abmagern, Atembeschwerden, Durchfall, Fieber, geschwollene Lymphknoten, Veränderung des Blutes und bei einigen entwickeln sich auch durch das Virus verursachte bösartige Tumore.

Vorbeugung:
Da es z.Z. keine sinnvolle Therapieverfahren gibt, ist die Vorbeugung besonders wichtig. Vor der Impfung sollte durch einen Bluttest sichergestellt sein, daß die Katze nicht schon durch Leukoseviren infiziert ist. Akut erkrankte Tiere können durch eine Impfung nicht geschützt werden.
PKD
PKD ist kein neuer Virus, der eben mal diagnostiziert und behandelt werden kann. PKD ist eine vererbbare Nierenerkrankung, durch die eine oder beide Nieren von Zysten befallen werden, die letztlich zum Tod der Katze durch Nierenversagen führen.

Geschichte
Es gibt vereinzelte Berichte über PKD seit 1967, aber ernsthaft geforscht wird erst seit 1990 an der Ohio State University (USA), wo bei einem sechs Jahre alter Perser PKD diagnostiziert wurde.

Anzeichen
PKD zeigt sich in der Regel erst bei der älteren Katze, wenn im Alter von etwa drei bis zehn Jahren die Nieren größer werden, die Zysten fühlbar werden und die Nieren beginnen ihre Funktion einzustellen. Die Katze leidet dann unter Appetitlosigkeit, großem Durst, starkem Harndrang, Depression und Gewichtsverlust. Es ist sehr unterschiedlich, wann und wie schnell die Symptome auftreten. Wenn dies spät genug im Leben eintritt, kann die Katze auch aus anderen Gründen als Nierenversagen sterben.

Klinisches Erscheinungsbild
Die Zysten an den Nieren bestehen von Geburt an und können bei Kitten lediglich einen Millimeter groß sein. Wenn die Katzen älter werden, wachsen die Zysten und vermehren sich. Möglicherweise ist die Funktion der Nieren schon frühzeitig eingeschränkt, sie werden immer größer mit immer größeren Zysten. Das Versagen der Nieren ist unvermeidlich. Es wurden auch schon Zysten in anderen Organen wie der Leber gefunden, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel.

Diagnose
Der einzige Weg die PKD sicher zu diagnostizieren ist zur Zeit bei der lebenden Katze die Untersuchung mit hochauflösenden Ultraschallgeräten. (Eine Liste mit den zertifizierten Untersuchungsstellen für die Untersuchung auf PKD bei Katzen finden Sie beim Bundesverband Praktischer Tierärzte e.V.). Mit dieser Untersuchung kann ein erfahrener Tierarzt PKD schon im Alter von acht Wochen feststellen. Die Untersuchung sollte im Alter von mindestens 10 Monaten durch geführt werden, da in dem Alter die Zysten bereits größer und daher besser zu erkennen sind. Sollte das Ergebnis positiv sein, sollte die Untersuchung noch ein oder zweimal wiederholt werden, da Irrtümer natürlich nicht ausgeschlossen werden können. Dies ist nur erforderlich, wenn die Katze zur Zucht verwendet werden sollte. Die Forschung ist bemüht, Bluttests zu entwickeln, mit denen PKD nachgewiesen werden kann; noch gibt es derartige Tests jedoch nicht.

Ist PKD ansteckend?
PKD ist nicht ansteckend, wird aber von einem oder beiden Eltern vererbt. Untersuchungen zeigen, daß PKD dominant vererbt wird, d.h. PKD wird immer auftreten, wenn ein Elternteil oder beide es vererben.

Behandlung
Es gibt keine spezielle Behandlung gegen PKD. Die Forschung ist noch immer bemüht, die Gründe für das Auftreten von PKD zu ermitteln. Die Tiere werden so behandelt, wie es bei chronischen Nierenerkrankungen erforderlich ist, d.h. es werden die Symptome nicht aber die eigentliche Krankheit behandelt. Die Katze sollte ein Nieren-Diätfutter mit reduziertem Phosphoranteil erhalten und viel trinken.

Was kann der Züchter tun?
Alle Katzen, mit denen gezüchtet werden soll, sind auf PKD zu untersuchen. Positiv getestete Katzen sind von der Zucht auszuschließen. So könnte es gelingen, PKD über kurz oder lang auszumerzen.

Was kann der Käufer tun?
Der Käufer einer Rassekatze sollte sich vom Züchter nachweisen lassen, daß die Elterntiere PKD-frei sind. Sollte ein solcher Nachweis nicht vorliegen, sollte um die Untersuchung der Eltern gebeten werden oder der Käufer läßt sein Tier im Alter von etwa zehn Monaten testen, um Gewißheit zu haben und von vornherein die richtigen Maßnahmen zu treffen (Kastration, richtiges Futter, regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion durch den Tierarzt). Ist Ihr Tier positiv getestet, besteht kein Grund, in Panik zu geraten. Auch mit PKD kann eine Katze ein gutes und langes Leben führen.
Toxoplasmose
Die Toxoplasmose ist eine häufig auftretende Infektionskrankheit des Menschen und anderer Säugetiere, übertragen durch den Parasiten Toxoplasma gondii. Hauptwirt für den Erreger sind Katzen und katzenartige Tiere, in deren Darm sich Vorstadien des Einzellers bilden, die durch die Exkremente ausgeschieden werden. Außerdem sind die Einzeller über die Erde (z. B. bei der Gartenarbeit), über die Nahrungskette durch rohe Eier und Fleisch (vor allem im rohem Fleisch) und Rohmilchprodukte übertragbar.

Die Inkubationszeit beim Menschen beträgt ein bis drei Wochen, die Infektion verläuft bei gesundem Immunsystem für etwa 90 % der Betroffenen beschwerdefrei und symptomlos. Bei schubweise verlaufender Erkrankung kann sich die Ausbreitung über Wochen und Jahre hinziehen. Hierbei bleiben die Erreger im Organismus in Zysten eingeschlossen. Sie platzen zu beliebiger Zeit und gelangen so in das Blutgefäß- und Lymphsystem. Bei einer überstandenen Erkrankung ist eine Immunität anzunehmen.

Immer wieder hört man in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Katzen von und über Toxoplasmose. Werdende Mütter, Väter, Großeltern und der Rest der Verwandtschaft und Bekanntschaft warnen vor dem großen Übel. Die Frauenärzte tragen auch nicht zu einer realistischen Einschätzung der Gefahr bei.

Toxoplasmose ist i.d.R. gar kein Problem. Sie äußert sich beim Menschen wie eine leichte Grippe. Aber für den Fötus einer infizierten, werdenden Mutter kann es sehr schlimme Folgen haben.

Wie kann man sich als werdende Mutter anstecken?
Die größte Ansteckungsgefahr geht von rohem Fleisch aus, d. h. keine Steaks medium, kein rohes Gehacktes für die werdende Mutter!

Dann haben wir natürlich noch die Katzen. Auch Katzen sollten nicht mit rohem Fleisch gefüttert werden, da sie ebenfalls auf diesem Weg infiziert werden können. Wenn sie infiziert sind, kann man sich auch anstecken. Aber die Erreger befinden sich im Kot. Und sie müssen vom Kot direkt in den Körper gelangen. Tja, Ihr könnt Euch mal vorstellen, wie das geht. Dazu kommt, daß die Erreger in frischem Kot nicht ansteckend sind. Sie werden es erst nach 2 - 3 Tagen (eine andere Literaturstelle im WWW spricht von 24 Stunden).

Wie kann man also die Gefahr die von Katzen ausgeht und ziemlich gering ist, weiter reduzieren?
Ganz einfach. Während der Schwangerschaft sollte die werdende Mutter die Katzentoiletten meiden. Da kann doch der werdende Vater mal zur Schaufel greifen. Die tägliche Reinigung ist sowieso selbstverständlich und zudem vermindert sich dadurch noch das Risiko (da die frischen Erreger inaktiv sind). Zur Sicherheit kann man sich öfter mal die Hände waschen.

Wichtig ist auch, beim Unkraut Jäten im Garten vorsichtig zu sein. Denn auch dort kann man mit dem Kot von freilaufenden Katzen in Kontakt kommen. Und wenn sie infiziert sind und wenn der Kot das entsprechende Alter hat, besteht wieder für Mutter und Fötus die Infektionsgefahr.

Die ganze Panik ist übrigens überflüssig, wenn die werdende Mutter schon mal mit Toxoplasmose infiziert war. Denn wer einmal im Leben infiziert war, kann sich nicht wieder anstecken, also keine Gefahr mehr für den Fötus. Der Frauenarzt kann das durch eine einfache Blutuntersuchung feststellen.

Soweit zu den Ansteckungsrisiken.

Wer betroffen ist, sollte mal mit dem Tierarzt bzw. der Tierarzthelferin über das Problem sprechen. Es ist traurig, wieviele Katzen aufgrund von Panikmache weggegeben werden. Aber die Gefahr ist so gering. Und mit ein wenig Umsicht kann man sie noch weiter reduzieren, wenn nicht sogar ausschließen.

Die Frauenärzte neigen leider oft dazu, falsche Informationen zu liefern. Viel wichtiger ist es, in der Schwangerschaft auf Rauchen, Alkohol und Medikamente zu verzichten.
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